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Streuobstwiesen sind von hohem ökologischem Wert, sind sie doch Lebensraum zahlreicher, oft seltener Tiere und Pflanzen. Früher hatte jedes Dorf seinen Streuobstgürtel, die meisten sind im Zuge der ländlichen Neuordnung und als Folge der hochmechanisierten Landwirtschaft verschwunden. Diese Biotopflächen dienten nicht nur der Versorgung der einheimischen Bevölkerung mit regionalem Obst, sondern beeinflussten auch das Lokalklima positiv (Windschutz, Schatten) und verminderten die Erosionsgefahr.
Unsere Streuobstwiesen in Bibergau und Dettelbach dienen weniger wirtschaftlichen Zwecken, wenngleich wir uns über eine reiche Obsternte freuen, sondern sollen v.a. Refugien für die Tier- und Pflanzenwelt sein. Allerdings erfordern diese Flächen auch ein Mindestmaß an Pflege. So müssen die Bäume regelmäßig geschnitten, das Gras gemäht und das Mähgut abtransportiert werden.
Streuobstbestände sind menschengemachte Kulturlandschaften, eine Form des Obstanbaus, die auf eine Mehrfachnutzung angelegt ist. Das bedeutet, auf derselben Fläche wird Obst angebaut und gleichzeitig Grünlandbewirtschaftung, Ackerbau oder Gartenbau betrieben. Streuobstwiesen sind die bekannteste Form des Streuobstanbaus, wobei die Wiese gemäht oder beweidet werden kann. Bei extensiver Nutzung entsteht dort artenreiches Grünland, das einer Vielfalt an Pflanzen und Tieren Lebensraum bietet.
Auf Streuobstwiesen sind unterschiedliche Obstarten wie Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen und Walnüsse zu finden. Zudem zeichnen sie sich durch eine hohe Sortenvielfalt aus. Das Obst wächst meistens auf hochstämmigen Bäumen unterschiedlichen Alters, die verstreut mit großen Abständen in der Landschaft stehen. Durch Verzicht auf synthetische Behandlungsmittel wie Pestizide und Dünger werden diese artenreichen Lebensräume geschaffen.
Durch jährliches Mähen wird eine Verbuschung der Fläche verhindert. Der Abtransport des Mähguts sorgt für eine Aushagerung, d.h. zu einer Verminderung der Nährstoffe im Boden. Vorteilhaft ist auch die starke Sonnenexposition des Südhangs. Mit der Nährstoffarmut nimmt zwar die Pflanzenmasse ab, die Vielfalt jedoch deutlich zu. Fettwiesen hingegen sind nährstoffreich, aber artenarm. Die Pflanzenvielfalt wiederum zieht einen Reichtum an tierischen Arten nach sich (Insekten, Spinnen, Reptilien, Kleinsäuger, Vögel).
Auf unserem Halbtrockenrasen findet man z.B. folgende Pflanzenarten: Wiesensalbei, Ackerschachtelhalm, Steinnelke, Wiesenflockenblume, Bunte Kronwicke, Klappertopf, Aufrechter Ziest, Tüpfeljohanniskraut, Echtes Labkraut, Hornklee u.v.a.